Therapiekonzept

Die langjährigen Erfahrungen aus der therapeutischen Arbeit mit den Mädchen, insbesondere im Intensivbereich, haben nunmehr zur Neuformulierung der theoretischen Konzepte und zur Differenzierung des Angebots im Franziskusheim geführt.

I.Allgemeines

Diese Weiterentwicklung beinhaltet die Ergänzung des bisher schwerpunktmäßig verhaltenstherapeutisch-symptomatisch ausgerichteten Therapieangebots. Erkenntnisse aus der allgemeinen Psychotherapieforschung (z. B. K. Grawe, 2004), der Entwicklungspsychologie und Arbeiten zur Adoleszenz (A. Streeck-Fischer (Hrsg.), 2004) werden ebenso berücksichtigt wie Ergebnisse der Trauma- und Resilienzforschung (Peter Levine, 1997 und 2004 und K. H. Brisch, 2000 und 2006).
Der Psychologische Fachdienst PFD (2 Diplompsychologinnen, 1 Heilpädagogin, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin/ten), gewährleistet eine kontinuierliche Betreuung der Mädchen in Form von regelmäßigen, verbindlichen Einzelgesprächen, sowie bei Bedarf Krisenintervention und Gruppensitzungen). Therapeutische Begleitplanung und Dokumentation sind selbstverständlich.Franziskusheim Jugendhilfe
Wir beziehen uns in unserer Arbeit auf die systemische Therapie.

Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit einer Verhaltenstherapeutin in eigener Praxis sowie mit der Institutsambulanz und des stationären Angebotes der Klinik zur Lindenhöhe in Offenburg.

II. Schwerpunkt pädagogisch-therapeutische Intensivgruppen

Die systemische Therapie hat durch das Konzept der De-Triangulierung einen hilfreichen Zugang zu Klienten im Zwangskontext (Intensivgruppen § 1631b BGB) entwickelt. Vertrauen und ein tragfähiges Arbeitsbündnis werden nicht vorausgesetzt, vielmehr werden Misstrauen und andere Widerstandsformen als berechtigt und nützliche Stützpfeiler v. a. zu Beginn der Therapie angesehen (M.-L. Conen, 2005).

In der Clearinggruppe (Aufenthaltsdauer bis zu sechs Monaten) kommt dem diagnostischen Prozess eine vorrangige Bedeutung zu. In Absprache mit dem PFD, im Hilfeplan verbindlich festgelegt, ist es je nach individuellem Förderbedarf möglich die differenzierten Angebote des PFD in Anspruch zu nehmen.

Schwerpunktmäßig in den schulfreien Zeiten finden für die beiden Gruppen Edith Stein und Irmtraud Gruppenprogramme statt. Die einzelnen Module sind für alle Mädchen während ihres Aufenthaltes verbindlich:

Modul 1: Training sozialer Kompetenz für Jugendliche
z.B. FIT FOR LIFE
Modul 2: Entspannungstechniken, Autogenes Training oder Qigong
z.B. Progressive Muskelentspannung
Modul 3: Mädchentage: Verbesserung von Körperwahrnehmung und Selbstakzeptanz; auch Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Sexualität
Modul 4: Was ist richtig und was ist falsch? Förderung der religiösen und moralischen Entwicklung durch Perspektivenwechsel im Rollenspiel
Modul 5: Förderung einer positiven Lebenseinstellung und Gesprächskultur: „Geschichten erzählen, nach Vorbildern suchen und gemeinsam philosophieren“

III. Schwerpunkt Regelwohngruppen, Verselbständigungsgruppe, Betreutes Wohnen

Für die Mädchen der Regelwohngruppen gibt es bei Bedarf ebenfalls das interne Angebot einer regelmäßigen therapeutischen Begleitung durch den PDF.
Die therapeutische Arbeit mit den Mädchen gestaltet sich sowohl flexibel und an die aktuellen Befindlichkeiten bzw. motivationalen Möglichkeiten angepasst, als auch geplant und strukturiert.

Der hoch strukturierte pädagogische Rahmen, innerhalb dessen die Mädchen ihren Alltag gestalten, unterstützt die therapeutische Arbeit sowie die regelmäßige Elternarbeit.

Weitere Informationen

Weitere Informationen und Kontakt:

C. Anken (Dipl.-Psych.)

Tel.: 0 72 27 / 5 08 - 230
Fax: 0 72 27 / 5 08 - 88
E-Mail: cornelia.anken@st-franziskusheim.de

oder nachrichtlich über die Zentrale 0 72 27 / 5 08 - 0